Angedacht

11. September 2001: Im Kopf ein ungeheurer Knoten. Langsam, wie in Zeitlupe, spielt sich alles noch mal vor mir ab: Zuerst die Nachricht, dann die Bilder. Und dann höre ich den Satz: Dieser Tag hat die Welt verändert. Und ich nicke innerlich dazu. Schnitt. September 2009: Die Unglücke haben seitdem keine Verschnaufpause eingelegt. Aber hat sich die Welt tatsächlich verändert? Ist diese Welt nicht immer noch die gleiche?

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Christliche Gemeinde Roseggerstraße - Offenbach-Bieber
   

Markus - Den Himmel in der Tasche

Mein regelmäßiges Gemeindeleben fing 1994 an, als meine Eltern nach Offenbach zogen, denn dort, wo wir früher gewohnt haben, gab es keine gute Gemeinde. Ich kam mit den Gemeindebesuchen ganz gut zurecht, weil die Geschichten in der Kinderstunde interessant waren und ich andere Freunde als in der Schule traf. Ich habe zwar schon geglaubt, dass es Gott gibt, und mich sonntags dementsprechend verhalten, aber ansonsten hatte Gott nicht wirklich was bei mir zu suchen. Meine (recht kindliche) Vorstellung war, dass ich mal vom Auto überfahren werde, und während ich durch die Luft fliege, Gott annehme. Damit war dann auch schon das Thema für mich beendet. Mit neun Jahren habe ich aber dann gemerkt, dass ich in die Hölle muss, wenn sich nichts ändert. Das einzige, was ich wusste, war, dass ich auf keinen Fall in die Hölle will. Das Problem war, den Himmel gabs nicht als „Einzelpack“, den gab's nur mit Jesus und Jesus wollte ich eigentlich nicht. Es erschien mir aber dann das kleinere Übel trotzdem „zuzuschlagen“, anstatt in die Hölle zu kommen.

Die nächsten Tage ging´s mir dann auch ganz gut und da ich ja den Himmel in der Tasche hatte, ging es immer besser, Jesus zu verdrängen.

Bis zum 11.September 2001 ...
Da hab ich gemerkt „Hey, was machst du überhaupt? Du hast nichts, woran du dich festhältst, du bist hilflos.“ Jesus hat mir da gezeigt, dass ich ihn brauche. Nicht wie beim ersten Mal, dass ich was „einkaufe“ und dann hat sich das erledigt. Deshalb habe ich dann gebetet, dass er in mein Leben kommt, es bestimmt und was daraus macht. Er hat mir wirklichen Frieden und Ruhe geschenkt. Er hat mir gezeigt, dass er das Gebet ge- und erhört hat.

Nach und nach durfte ich dann sehen, was er noch alles für mich, für jeden einzelnen getan hat. Er hat mir Freude geschenkt, nach und nach Dinge gezeigt, die nicht in Ordnung sind, über die ich mir früher keine Gedanken gemacht habe, und hat mir geholfen diese Dinge in den Griff zu kriegen, und vor allem hat er sich mir immer mehr zu erkennen gegeben. Von außen hat man die Veränderung wahrscheinlich nicht so wirklich gesehen, weil ich früher ein ganz guter Heuchler war.

Heute weiß ich zwar nicht, ob morgen etwas Schlimmes passiert, das mich betrifft, aber ich weiß, dass Jesus alles in seiner Hand hat.
Natürlich ist jetzt nicht alles perfekt. Die Welt hat sich seit dem 11.September nicht gebessert, nur weil ich mich bekehrt habe, und ich mache oft Fehler, die man nicht macht, wenn man nah bei Jesus bleibt, aber ich weiß, dass ich immer zu ihm kommen kann und er mir vergibt und mir hilft. Es ist nicht so, dass ich sage „das und das muss ich ändern, sonst bin ich nicht O.k.“, sondern dass Gott sagt, „das und das ist nicht O.k., ich helfe dir das zu ändern, wenn du mich lässt.“

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