
Viele haben hier auf dieser Erde noch nie so richtig voll echte Liebe erfahren dürfen. Von keinem. Weder von den Eltern werden sie geliebt. Von den Geschwistern schon gar nicht. Und die Freunde? Was ist mit denen? Die gibts oft nur auf dem Bildschirm und somit sind sie nicht echt.
Dennoch glauben wir, dass es Liebe geben muss. Wir reden und singen ja dauernd davon. Und wir wollen und brauchen sie ja alle so dringend. Ich glaube, das es die echte Liebe gibt. Sicherlich beginnt sie dann, wenn das ganze Miteinander-Rumgemache, wenn dieses Ich-Hab-Dich-Lieb-Gerede und all die anderen geheuchelten Freundschaften zerbrochen sind.
In dem Buch "Krasse Mädchen/coole Jungs" berichten verschiedene Menschen von Ihrer Suche nach Liebe. Hier gibt es einige Auszüge zum Download.

Ich heiße Anne (Name geändert) und wurde 1962 geboren. Meine Essstörungen begannen irgendwann im Teenager-Alter. Das geschah nicht einfach plötzlich, sondern hatte eine lange Vorgeschichte.
Auf meinem linken Auge bin ich mit 5 Jahren erblindet und schiele seitdem. Der Unfall ereignete sich beim Spielen mit meiner kleinen Schwester. Als sie vom Boden aufstand, um sich ein Spielzeug zu holen, stieß sie mit ihrem Ärmchen versehentlich gegen einen spitzen Eisenstift, der genau in meinem linken Auge landete. Ich schrie auf, mein Auge tränte, alles um mich herum wurde dunkel und meine Mutter, die hereingestürzt kam, schimpfte: „Wie oft hab ich dir gesagt, du sollst nicht am Boden spielen! Du bist selber schuld!“ Ich hörte nur noch das Schimpfen, weiter nichts. Ich lag daraufhin ca. zwei Wochen lang mit verbundenen Augen im Krankenhaus.
Ich fühlte mich dort sehr allein und an einen Besuch meiner Eltern, kann ich mich nicht erinnern. Aber der Satz meiner Mutter, ich sei selbst schuld, hallte in mir immer noch nach. Durch den Augenunfall konnte ich nur noch auf einem Auge sehen. Ich begann, ständig Gegenstände umzuschmeißen oder Getränke zu verschütten, weil ich mein dreidimensionales Sehen verloren hatte. Da die Ärzte meinen Eltern nicht erklärt hatten, dass ich nur noch zweidimensional sah, hatten sie kein Verständnis für die Missgeschicke.
Die ganze Story von Anne hier zum Download:

Ich heiße Liz und bin 25 Jahre alt. Als Frohnatur fand ich in meiner Jugend das normale Leben ziemlich langweilig und war ständig auf der Suche nach einem Kick, einem Extrem. Mit zwölf Jahren fing ich an, mir Freunde zu suchen, die anders waren. Saufen, Kiffen und Partys waren mir wichtiger als Schule.
Irgendwann lernte ich Punks kennen, die auf der Straße lebten. Ich entschied mich, das gleiche zu tun, schmiss die Schule hin und ging auf die Straße.
Am Anfang ein großes Abenteuer… Ich begann vor allem Speed oder Crystal zu nehmen, Haschisch und Tabletten nahm ich um runterzukommen. Wenn kein Geld für Drogen da war, trank ich Korn oder Rotwein.
Irgendwann kam in mir ein riesiger Hass auf. Ich hasste es, ständig von der Polizei schikaniert und manchmal festgenommen zu werden.
Ich hasste die Menschen, die ich auf der Straße anschnorrte, von denen ich nur verachtende Blicke erntete. Ich hasste die Gesellschaft mit all ihren Normen und Gesetzen. Einige meiner Freunde starben an den Drogen, der Rest von uns musste die Punkerehre aufrecht halten.
Die ganze Story von Liz hier zum download:
Ich wurde als viertes Kind in eine Patchworkfamilie hineingeboren. Mein Vater hatte zwei Söhne aus erster Ehe und meine Mutter brachte einen Sohn mit. Schon zur Zeit meiner Geburt wusste meine Mutter, dass sie Krebs hatte und brach deshalb mehrere Schwangerschaften ab, weil sie Angst hatte meinem Vater ein weiteres Kleinkind zu hinterlassen, wenn sie sterben würde.
Ob das der Auslöser für die Alkoholsucht meiner Eltern war, weiß ich nicht, jedenfalls kannte ich als Kind meine Eltern nur betrunken. Ich dachte immer, das sei normal und dass das bei allen Familien so ist. Da meine Eltern nicht fähig waren, den Alltag zu meistern, war ich schon früh auf mich allein gestellt. Mein Vater arbeitete als Selbstständiger viel zu Hause. Aufgrund seines hohen Alkoholkonsums konnte er seine Aufträge meistens nicht termingerecht erledigen, so dass ich schon in jungen Jahren viel Zeit im Büro verbrachte, um ihn zu unterstützen.
Die ganze Story von Silke zum Download:

