Angedacht

9402 Selbstmordfälle zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2007 in Deutschland. All diese Menschen haben Bilanz gezogen, und das Ergebnis war: Es ist sinnlos, weiterzumachen. Selbstmord – ist das der Ausweg? Haben Sie vielleicht auch schon mal das Gefühl gehabt, dass Sie alles erdrückt? Vielleicht haben Sie ja sogar schon mit dem Gedanken gespielt, allem einfach ein Ende zu machen? ...

mehr >>

Christliche Gemeinde Roseggerstraße - Offenbach-Bieber
   

Anne - Von ungelösten Fragen, Träumen und Selbstmordgedanken

Die Welt ist doch so schlecht! Warum müssen Menschen so grausam sein? Warum hören die Kriege nicht auf? Warum wird den Armen nicht geholfen? Warum werden Mädchen und Frauen misshandelt und vergewaltigt? Warum können Ärzte und Wissenschaftler nichts gegen Aids machen? Warum ... das alles?? Mit 13 Jahren stellte ich mir das erste Mal diese Fragen. Und sie begleiteten mich noch mehrere Jahre.

Ich fing an mich in Träume zurückzuziehen um vor der Wirklichkeit zu fliehen. In mein Tagebuch schrieb ich 1994: „Träumen und die Wirklichkeit hinter sich lassen, das heißt: die grausamen Taten für einige Minuten vergessen, träumen, dass es keinen Krieg mehr gibt. So lang ich träumen kann, bin ich froh, dass es Minuten gibt, die Wirklichkeit zu vergessen.” Doch das konnte mir auch nicht helfen, wenn ich wieder einmal „Weltuntergangsstimmung” und meinen „Ich hasse mich” - Trip hatte.

Anfang 1995 war ich so down, dass ich Tabletten schlucken wollte. Denn, was macht das alles noch für einen Sinn? Doch irgendetwas hat mich daran gehindert, es doch zu machen. Ich malte aber ein Zeichen auf die Verpackung, wenn ich mich doch wieder dafür entscheiden würde, mir das Leben zu nehmen.

Es ist Januar 1996. Ich habe wieder mal eine meiner „Ich-hasse-mich-Phasen”. Tagebucheintragung: „Ich hasse mich so!!! Manchmal möchte ich sterben, einfach nicht mehr da sein in dieser Sch...Welt!!! Ich hasse mich!!! Ich kann mich schon nicht mehr im Spiegel anschauen!!! ( ... ) Wer kann mir helfen??? Nur einer, weil er kein Mensch ist!!! Das ist GOTT!!!!!!! ( ... ) Ich hoffe nur, dass Gott mir verzeiht!!! Dass ich mich so hasse!!! Ich hoffe es und werde es auch immer HOFFEN!!! VERZEIH MIR!!! BITTE!”

Ein Jahr ist vergangen mit Hochs und Tiefs. Ich besuche mit meiner Mutter einen Bibelkreis. Ich fühle mich richtig geborgen und interessiere mich immer mehr für Jesus. Einmal sprechen wir auch über das Thema „Endzeit/ Offenbarung” und von Posaunen, wenn Jesus wiederkommt. Ich habe mich anschließend weiter in das Thema vertieft. Mir wurde klar, was einem Buch über die Endzeit stand, bestätigte sich in den Nachrichten. Ich bekam wirklich Angst, denn mir wurde bewusst, es dauert nicht mehr lange und Jesus kommt wieder. Und ich bin NICHT dabei.

In einer Nacht wachte ich schweißgebadet auf, ich dachte, ich hätte laute Posaunen gehört. Wenn das stimmte, dann wusste ich, dass Jesus wiedergekommen ist. Meine Mutter ist jetzt bei ihm und ich nicht. Ich werde es auch nicht mehr können. Mit Todesängsten lief ich zum Schlafzimmer meiner Eltern. Ich habe mir nie vorstellen können, wie grausam es sein kann, eine Tür öffnen zu müssen. Doch ich überwand mich und entdeckte meine Mutter, schlafend im Bett. Da ist mir mehr als ein Stein vom Herzen gefallen. Irgendwie konnte ich einigermaßen schlafen. Doch am Morgen, um kurz nach 9 Uhr wusste ich, dass ich nicht mehr so weiterleben kann. Ich ging auf die Knie und bekannte Jesus alle meine Sünden und bat ihn, der Herr meines Lebens zu werden. Nicht mehr ich bestimme mein Leben, sondern allein der Wille des Herrn Jesus soll geschehen.

Von diesem Tag an hat sich mein Leben verändert. Auch gibt es weiterhin Höhen und Tiefen, doch ich muss mich nicht mehr in Träume verkriechen, sondern kann alle Sorgen, alles Leid, aber auch Freuden Jesus bringen und Hilfe und Stärkung erfahren. Ich brauche mich nicht mehr zu hassen, weil ich weiß, dass Gott mich so liebt, dass er seinen einzigen Sohn für mich am Kreuz sterben ließ, damit ich nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Und der Trost bei einer so trostlosen Welt ist, dass es im Himmel keinen Schmerz, kein Leid, keine Tränen mehr geben wird. Mein Leben war früher sinnlos, doch durch Gott habe ich erfahren, warum es Sinn macht, zu leben. Ich lebe: Weil Gott mit mir Gemeinschaft haben möchte und er mich liebt.

Um noch einmal auf den Tag zurückzukommen, an dem ich Tabletten schlucken wollte. Das Zeichen auf der Schachtel sah so aus: ††. Jesus Christus wurde mit zwei Verbrechern links und rechts von ihm gekreuzigt. Ich weiß heute, dass es Jesus war, der mich daran gehindert hat, die Tabletten zu schlucken. Denn er hat noch etwas mit mir vor, so ist es auch bei dir! Wenn du mit ihm lebst, wird er es dir zeigen.

Nachricht an Anne

PS: Unter Umständen können Anfragen nicht sofort beantwortet werden. Wir bitten um Verständnis.